Meerschweinchen

von den Isarauen

 

Vermischtes / Informatives

 

Neu oder geändert auf den Meerschweinchenseiten

 

Neu seit Januar 2012

Hier stehen alle wesentlichen Neuheiten und/oder Veränderungen dieser Meerschweinchenzucht-Website.

 

03.02.2012:









"Nachwuchs 2012":
- Neuer Nachwuchs 03.02. (F-Wurf) von Camilla und WinniePooh.
  (Rexe, silberagouti-weiß)

"Liebhaber- & Zuchttiere" und "Paare":
- Camilla wurde als Zuchttier (Rexe, silberagouti-weiß) hinzugefügt.
- Zuchtdatum des Wurfes bei Camilla eingetragen.
- Bei "Paare" Direktlink zu dem Nachwuchs eingestellt.
"Nachwuchs 2012" und "Abgabe":
- Reservierungen wurden aktualisiert.
- Amandus und Albin (A-Wurf 20.12.2011) wurden heute kastriert.

27.01.2012:

"Nachwuchs 2011", "Nachwuchs 2012" und "Abgabe":
- Reservierungen wurden aktualisiert.
22.01.2012:



"Nachwuchs 2011" und "Abgabe":
- Ausgezogen sind Penelope (Rentnerin) und Xylia (Liebhabertier), gemeinsam zu einem
  Kastraten sowie Ziad (Kastrat).
- Reservierungen wurden gesetzt/aktualisiert.
18.01.2012:













"Nachwuchs 2012":
- Neuer Nachwuchs 10.01. (D-Wurf) von Veruschka und Jesko.
  (Rexe, bunt)

- Neuer Nachwuchs 09.01. (C-Wurf) von Piroschka und Jesko.
  (Rexe, buff)

"Liebhaber- & Zuchttiere" und "Paare":
- Zuchtdaten der Würfe bei den Müttern eingetragen.
- Veruschka ist nach ihrem vierten Wurf aus der Zucht genommen, ist jetzt Rentnerin.
- Bei "Paare" Direktlinke zu den Nachwüchsen eingestellt.
"Nachwuchs 2012" und "Abgabe":
- Nachwuchs des C-Wurfes als Abgabetiere eingestellt.
"Abgabe":
- Neues Abgabetier: Penelope (Rentnerin).
- Neue Reservierungen wurden gesetzt/aktualisiert.
13.01.2012:

"Nachwuchs 2011" und "Abgabe":
Reservierungen wurden gesetzt/aktualisiert.
07.01.2012:











"Nachwuchs 2011":
Neuer Nachwuchs 31.12. (B-Wurf) von Ursuline und Clemens.
(US-Teddys, himalaya, schwarz)

"Liebhaber- & Zuchttiere" und "Paare":
- Zuchtdaten des Wurfes bei Ursuline eingetragen.
- Bei "Paare" Direktlink zum  Nachwuchs eingestellt.
"Nachwuchs 2011" und "Abgabe":
- Nachwuchs des neuen Wurfes teilweise als Abgabetiere eingestellt.
- Kastriert wurden am 05.01.2012: Zeus, Ziad und Zorro
- Ausgezogen ist Theophil (Kastrat).
"Links&More":
- Neue Informationen zu Tiertransporten.

 

Infos unsere Außenhaltung


Aufgrund zunehmender Anfragen zu Außenhaltung, hier eine Beschreibung unserer Außenhaltung:

Unsere Meerschweinchen, die mit "Außenhaltung" gekennzeichnet sind, leben in einem großen Gehege, das sich über drei Stockwerke (je Stockwerk eine Gruppe) erstreckt auf unserer überdachten Terrasse, vor Regen und Wind geschützt. Der geschlossene Teil besteht aus zweistöckigen Hasenkäfigen, die mit einer zusätzlichen Styropor- und Holzschicht wärmeisoliert sind. Die Gittertüren können bei Frost verhängt werden und die Vorderfronten werden nachts mit einer Noppenplane zusätzlich vor Wind geschützt und isoliert.
Durch einen kleinen verschließbaren Ausgang können die Schweinderl natürlich auch in den offenen Auslauf, sofern es die winterlichen Temperaturen zulassen.
Im Innern der Käfige sind für die Meerschweinchen reichlich Häuschen vorhanden, die mit reichlich Heu zur weiteren Wärmeisolation (und natürlich zum Fressen) gut gefüllt sind.
Alle unsere Tiere, die im sehr strengen Winter 2009/2010 in Außenhaltung "überwintert" hatten, haben die kalte Jahreszeit problemlos hervorragend überstanden.





Infos Aufzuchtsprobleme


In der Regel zieht eine Meerschweinchen-Mutter ihre Jungen selbständig und ohne nennenswertem Zutun von uns Menschen auf. Jedoch geht nicht immer alles bei der Aufzucht von Meerschweinchen glatt. Einige, teilweise recht dramatisch verlaufende Probleme, hatten wir in unserer Zucht bereits zu bewältigen - leider auch mit traurigen Ausgängen:



Durchfall bei einem Jungtier (zweieinhalb Wochen alt)

Unser Jonas (J-Wurf 2008 von Benjamina & Clemens) bekam urplötzlich massiven Durchfall. Er wog zu diesem Zeitpunkt bereits fast 200 Gramm und war ein außerordentlich agiles und freches kleines Meerschweinchen. Innerhalb von weniger als 24 Stunden verlor der arme Kerl etwa 50-60 Gramm seines Gewichtes, zumal ihn seine Mutter auch nicht mehr trinken ließ.
Anfangs nahm er noch Nahrung und Flüssigkeit mit Kohle und Durchfalltropfen für Kleinnager auf, die wir ihm sofort mittels einer kleinen Spritze regelmäßig verabreichten. Jedoch bereits nach einem halben Tag war er zu schwach zum trinken und starb uns praktisch unter den Händen weg.

Durchfall bei Jungtieren verläuft in der Regel höchst dramatisch, darin besteht in der gesamten Meerschweinchenliteratur Einigkeit. Dabei verlieren die Jungtiere dermaßen schnell Flüssigkeit, die in dieser Geschwindigkeit dem Tier so gar nicht mehr zugeführt werden kann. Verweigert das Muttertier ihrem Jungen dann auch noch die "Milchbar", so hat das noch nicht von der Mutter entwöhnte, kranke Tier kaum eine Überlebenschance. Es ist dann davon auszugehen, dass das Muttertier spürt, dass ihr Junges nicht mehr überlebensfähig ist. Dies ist ein in der Natur völlig normales Ereignis. Einzig allein eine Zwangsfütterung mit einer kleinen Spritze im Stundentakt könnte - rechtzeitig begonnen - hier vielleicht noch das Schlimmste abwenden. Dazu muss man das kranke Tier aber auch rechtzeitig als krank erkennen. Fataler Weise vergeht meist in der Nacht zu viel kostbare Zeit, wenn der Züchter bzw. Liebhaber schläft. Bei der Morgenfütterung ist es dann leider manchmal schon zu spät zum Helfen, wie in unsem Fall.

 


Das Muttertier hat zu wenig Milch

Unsere Ernestine bekam vier kräftige und lebensfrohe Junge (K-Wurf 2008 mit Kasimir, Konrad, Korbinian und Kunigunde). An den ersten vier Tagen verlief alles planmäßig.

Nach einem anfänglichen normalen Abnehmen stabilisierten sich die Gewichte der Jungtiere wieder. Am vierten Tag sackten drei der Jungtiere plötzlich zum Teil dramatisch mit ihrem Körpergewicht ab. Kasimir verlor über Nacht 10 Gramm, Konrad 5 Gramm, Korbinian 8 Gramm, nur Kunigunde behielt ihr Gewicht mit +/- 1-2 Gramm. Kein Jungtier hatte Durchfall oder dergleichen. Nachdem Ernestine aber sehr weiche „Köttelchen“ abgesetzt hatte, bekam sie sofort Kohle und Durchfalltropfen für Kleinnager mit Fencheltee. Dies bewahrte sie offenbar vor einer schlimmeren Durchfallerkrankung. Aber sie gab seit diesem Tag weniger Milch, zudem sie innerhalb vier Tagen fast 100 Gramm und im weiteren Verlauf nochmal 35 Gramm an Gewicht verlor.

Nun wurde es stressig für uns. Zufüttern mittels Spritze alle 3-4 Stunden bei allen fünf Tieren war jetzt für die nächsten acht Tage angesagt. Die Jungtiere bekamen mittels einer Spritze lauwarme Katzenaufzuchtsmilch, die sie begeistert tranken und drei Tage lang prophylaktisch Kohle mit Fencheltee und Durchfalltropfen dazu. Ernestine bekam einen Brei aus aufgelösten Heupellets, ebenfalls mit Kohle, Durchfalltropfen und Fencheltee mittels einer Spritze zwangsgefüttert, bis ihre „Köttel“ wieder normal waren. Alle fünf Tiere bekamen kein frisches Grünzeug mehr, nur Heu, Körnerfutter und Heu-Pellets sowie geraspelte Möhren, die sie gerne fraßen.

Ab dem 3. Tag der Zufütterung lösten wir die Heupellets in etwas heißem Wasser auf (Tipp: die dicken Pellets lösen sich wesentlich besser auf als die kleinen dünnen), gaben lauwarmen Fencheltee und Haferflocken (Schmelzflocken) dazu, bis es einen sämigen Brei gab. Ein kleiner (!) Schuss Honig dazu – fertig. Gerade, dass sich die Meerschweinchen nicht in den Napf mit diesem Brei hinein warfen. Alle fünf konnten gar nicht so schnell fressen, wie es ihnen offensichtlich geschmeckt hat.

Ab diesem Zeitpunkt nahmen alle wieder kräftig zu. Leider nicht der Konrad. Trotz gutem Appetit verlor er als einziger weiterhin dramatisch an Gewicht. Gegen Mittag seines neunten Lebenstages huschelte er noch flink hinter seiner Mutter her, drei Stunden später lag er tot im Käfig. Konrad hatte noch am Morgen vor seinem Tod einen Darmvorfall, der aber bis Mittag wieder von selbst verschwand und verlor an diesem Tag unkontrolliert noch sehr viel Urin (Es roch stark nach Urin!). Wieso und woher blieb uns leider unbekannt. Es gab auch keine Anzeichen für eine Verstopfung, das hätte er keine fünf Tage durchgehalten. "Miniköttel", ohne Durchfallspuren, fanden sich täglich zu Hauf auf dem Bezug der Wärmflasche in ihrem Häuschen.

Ernestine hatte nun nach 4 Tagen wieder über 50 Gramm zugenommen und auch die drei überlebenden Kleinen überschritten jetzt ihr Geburtsgewicht um jeweils 10-15 Gramm.
Ab dem achten Tag haben die drei Jungtiere nichts mehr aus der Spritze angenommen. Ernestine hatte wieder genug Milch und die Kleinen nehmen jetzt weiter kräftig an Gewicht zu. Jetzt beginnt die Umstellung vom Trockenfutter und Heu auf frisches Futter, die sich bislang problemlos gestaltet.
Ernestine hat der "Päppelbrei" seit dem dritten Tag sichtlich gut getan. Am sechsten Tag hatte sie wieder ihr Ausgangsgewicht erreicht (ca. 120 Gramm Gewichtszunahme in einer Woche!). Da die Kleinen jetzt wieder voll von ihr versorgt werden, bekommt sie diesen Brei noch ein paar Tage weiter.

Begleitend setzten wir die Tiere sofort in einen gut zugänglichen und zugfreien Quarantänekäfig und hielten diesen natürlich sauber. Außerdem legten wir den Tieren regelmäßig eine warme Wärmflasche ins Häuschen, auf der alle ganz begeistert und gerne gesessen hatten.

Mittlerweile haben sich die drei prächtig weiter entwickelt und mit zwei Wochen Verspätung ihr normales, ihrem Alter entsprechende Gewicht wieder erreicht. Auch Ernestine hat sich wieder vollständig erholt und hat ihre normale Konstitution zurück gewonnen.

Auf den Bildern sind (von links nach rechts) Kasimir, Korbinian und Kunigunde beim Zufüttern mittels Spritze zu sehen. Ihnen schmeckte es so gut, dass sie nach dem Trinken die Spritze nicht mehr los lassen wollten.

 


Das Muttertier stirbt kurz nach der Geburt ihrer Jungen

Das ist für jeden Züchter ein Alptraum. Nicht nur, dass es traurig genug ist, dass er ein liebes Zuchttier verloren hat, muss er nun in der Regel auch noch selbst für die Aufzucht der Jungtiere sorgen. Die nächsten Wochen sind dann von schlaflosen bzw. schlafarmen Nächten geprägt.

Unsere Cäcilie saß am Nachmittag vor der Geburt ihrer Jungen teilnahmslos im Käfig. Erst sah es so aus, als würde sie sich nur eine Auszeit gönnen, aber sie war uns einfach zu ruhig und vor allen Dingen eher teilnahmslos. Am nächsten Morgen waren die Jungen da (N-Wurf 2009 mit Nanni und Nepomuk), fast zwei Wochen vor dem errechneten Termin. Eines, das Kleinste war tot geboren worden, die beiden anderen waren noch recht klein. Cäcilie starb noch am selben Tag gegen Mittag. Wir hatten sie sezieren lassen, da sie für uns doch sehr überraschend und ohne vorhergehende Krankheitszeichen starb. Als Todesursache wurde eine massive eitrige Entzündung im Darm und in der Gebärmutter festgestellt. (Beim Menschen ist eine solch schwere Infektion in der Gebärmutter nach einer Entbindung als "Kindsbettfieber" bekannt, an der - bevor es Antibiotika gab - sehr sehr viele Mütter verstarben. Auch heute noch hat das Kindsbettfieber nichts von seinem Schrecken verloren.)

29. Januar 2009 (erster Tag):
Wir hatten großes Glück: Am Vortag hatte ja auch Toffifee ihre drei Jungen zur Welt gebracht, da bot sich der Versuch an, ihr die beiden Waisen unter zu schmuggeln.
Toffifee ist eine ganz liebe "Tante". Sie hat die beiden Kleinen von Cäcilie sofort adoptiert und an ihre Zitzen gelassen. Nun haben die beiden eine neue Mutter, die sie versorgt und zu der sie sich kuscheln können.
Da Nanni und Nepomuk mit 58 bzw. 55 Gramm Geburtsgewicht doch noch recht klein sind, füttern wir sie mit der Spritze zu, wie seinerzeit Kasimir, Korbinian, Kunigunde und Konrad. Auch den bewährten Päppelbrei aus Heupellets, Schmelzflocken, Tee und ein klein wenig Honig haben wir zusätzlich zum normalen Futter in einen separaten Aufzuchtskäfig gestellt, in dem Toffifee mit den fünf Jungtieren jetzt ganz in Ruhe und ungestört bleiben kann. Mit diesem Brei wollen wir Toffifee weiter bei Kräften halten.

Toffifee ist eine ganz fürsorgliche Mutter, auch zu den beiden Waisen. Zumindest am ersten Tag war alles gut gegangen.

30. und 31. Januar 2009 (zweiter und dritter Tag):
Toffifee hat die beiden Kleinen tatsächlich adoptiert und lässt sie weiterhin an ihre Zitzen. Da die beiden als Frühgeburten sich gegen ihre drei jetzt schon sehr munteren Stiefgeschwister natürlich noch nicht durchsetzen können, werden sie zusätzlich von Hand mit Milch versorgt.
Seit dem dritten Tag fangen auch die beiden Kleinen an von allem zu knabbern und zu fressen, was im Gehege herumliegt. Wir sind jetzt deutlich zuversichtlicher.

Da der Nepomuk augenscheinlich (weitgehend) blind ist, findet er manchmal den Eingang zum Häuschen nicht, in dem Toffifee mit den anderen Jungtieren sitzt. Wenn er dann jämmerlich piepsend im Gehege herumirrt, kommen gleich seine Adoptivgeschwister und geleiten ihn in das Häuschen. Nepomuk bekommt prophylaktisch mehrmals täglich etwas Dexpanthenol-Augensalbe in beide Augen, so lange diese noch trübe sind.

01. und 02. Februar 2009 (vierter und fünfter Tag):
Die beiden Waisenkinder entwickeln sich gut weiter, sie trinken bei Toffifee und nehmen gierig die Aufzuchtsmilch aus der Spritze an. Sie huscheln ganz flink mit ihren drei Stiefgeschwistern durch das Gehege und beschnuppern alles ganz neugierig.
Toffifee mag den Päppelbrei gar nicht, sie bekommt deshalb genügend Anderes zum Fressen.
Mitterweile nehmen Nanni und Nepomuk langsam an Gewicht zu und haben ihr Geburtsgewicht um 4 Gramm (Nanni) und 7 Gramm (Nepomuk) überschritten. Auch orientiert sich unser Nepomuk jetzt im Gehege ganz flink, vielleicht sieht er doch noch etwas, denn die Augen verlieren langsam die Trübheit der Hornhaut. Allerdings reagiert er nicht oder nur kaum, wenn man die Hand vor ihm bewegt. Die anderen Jungen nehmen da gleich Reißaus.

Am vierten Tag schien es, dass Nepomuk evtl. Durchfall bekommt. Wir haben ihm sofort Durchfalltropfen für Nager gegeben, offenbar hat es geholfen, denn wir finden keine Durchfallspuren mehr, außerdem nimmt er weiter zu.
Das linke Auge von Nepomuk ist wieder ganz klar, das rechte nur noch ganz wenig trüb (punktförmig, ca. einen Millimeter im Durchmesser). Es ist immer noch unklar, ob er ausreichend sieht.

03. bis 05. Februar 2009 (sechster bis achter Tag):
Bislang läuft alles so weit gut, alle fünf Jungtiere trinken kräftig und lassen sich mit der Spritze füttern. Alle Jungtiere lieben Salat und frisches Gemüse und natürlich Heu und nochmal Heu.
Allerdings nehmen die beiden Waisenkinder nur sehr sehr langsam zu. (Hanni 8-9 Gramm und Nepomuk 14 Gramm, jeweils über ihren Geburtsgewichten.) Da die drei Jungen von Toffifee im gleichen Zeitraum deutlich an Gewicht zulegten (alle drei je um die 50 Gramm) und dadurch auch deutlich kräftiger sind, haben die beiden Kleinen fast keine Chance an Toffifees Zitzen zu gelangen. Deshalb werden sie weiterhin alle 4 Stunden mit der Spritze gefüttert.

06. bis 09. Februar 2009 (neunter bis zwölfter Tag):
Die beiden Kleinen entwickeln sich trotz regelmäßiger Zufütterung nur sehr sehr langsam. Die drei Jungen von der Toffifee wiegen jetzt schon zwischen 127 und 151 Gramm, die einen Tag jüngeren Waisenkinder wiegen erst 84 bzw. 63 Gramm. Nanni, die kleinere von beiden, macht uns große Sorgen. Sie trinkt zwar regelmäßig, nimmt aber nur kaum zu. Sie ist trotzdem sehr neugierig. Sie hatte es geschafft auf eine Papprolle zu klettern, die ca. 10-12 cm im Durchmesser groß ist und konnte zwischen den waagrechten Gitterstäben hindurch aus dem Käfig entwischen. Zwei mal hat sie dies in den letzten drei Tagen geschafft. Beim zweiten mal haben wir gesehen, wie sie es fertig gebracht hatte zwischen den 3 cm auseinander liegenden Gitterstäben hindurch zu schlüpfen.

Heute, am zwölften Tag, hat Nanni wieder abgenommen, sie wiegt nur noch 61 Gramm. Das gefällt uns gar nicht. Sie sitzt seit zwei Tagen auch mehr im Häuschen auf der Wärmflasche.

10. Februar 2009 (dreizehnter Tag):
Heute Nacht ist die kleine Nanni gestorben. Gegen Mitternacht bekam sie nochmal eine Spritze voll Aufzuchtsmilch, danach kuschelten sich alle Meerschweinchenkinder zu Mama Toffifee auf die warme Wärmflasche. Gegen vier Uhr morgens fanden wir Nanni fast leblos im Gehege. Kurz darauf starb sie. Nanni war trotz ihres geringen Gewichtes ein sehr lebhaftes und lebensfrohes kleines Meerschweinchen, das unglaublich neugerig war. Sie liebte die warme Wärmflasche im Häuschen über alles. Immer wenn wir das warme Wasser erneuerten, konnten es Nanni und ihr Bruder gar nicht erwarten sich auf den schön warmen Untergrund zu setzen. Oft saßen die beiden Kleinen aneinander gekuschelt im Häuschen.

Ein Lichtblick ist momentan der kleine Nepomuk, der seit dem elften Tag nun deutlich an Gewicht zu nimmt (10 Gramm in drei Tagen). Er ist auch ein gutes Stück gewachsen und kann sich mittlerweile zielsicher gegenüber seinen Geschwistern an den Zitzen von Toffifee durchsetzen. Er bekommt jetzt deutlich mehr Milch von der Mutter. Er trinkt nun auch deutlich weniger aus der Spritze. Den oben beschriebenen "Päppelbrei" fressen die Kleinen seit drei Tagen sehr gerne und auch Toffifee frisst ihn ab und zu. Natürlich bekommt die Familie täglich eine Extraportion Grünzeug, Gemüse und Haferflocken. Auch das Heu haben die Kleinen zum fressen gern.

11. bis 14. Februar 2009 (vierzehnter bis siebzehnter Tag):
Nepomuk nimmt weiterhin gut zu. Er trinkt zwar immer noch von der Spritze, aber er hängt auch zunehmend mehr an der Toffifee. Heute, am siebzehnten Tag, hat er die 111 Gramm-Marke gerissen und damit in den letzten sechs Tagen 32 Gramm zugelegt und sein Geburtsgewicht annähernd verdoppelt.

15. bis 20. Februar 2009 (achtzehnter bis dreiundzwanzigster Tag):
Alle vier Jungtiere nehmen jetzt gut zu. Die drei Kleinen von Toffifee werden seit dem achtzehnten Tag nicht mehr mit der Spritze zugefüttert, was sie noch von ihrer Mutter bekommen und selbst fressen reicht jetzt völlig aus. Sie nehmen auch ausreichend an Gewicht zu.
Nepumuk bekommt weiterhin per Spritze noch Aufzuchtsmilch dazu. Er hat sich zu einem großen "Süffel" entwickelt, vier Spritzen (ca. viereinhalb Milliliter) sind keine Seltenheit. Jetzt hat er die 150 Gramm-Marke überschritten.

21. Februar 2009 (vierundzwanzigster Tag):
Wir mussten die Familie ins große Gehege zu den Tanten und kastrierten Onkeln setzen, weil wir den Aufzuchtskäfig für die neuen Jungtiere mit "Nanny" benötigten. Toffifee hat dies gleich mal zum Anlass genommen, die vier nicht mehr voll zu säugen. Nepomuk bekommt weiterhin zwei- bis dreimal am Tag Aufzuchtsmilch dazu. Er nimmt weiterhin zu, so dass bislang alles im grünen Bereich ist.

22. und 23. Februar 2009 (fünfundzwanzigster und sechsundzwanzigster Tag):
Nepomuk nimmt tatsächlich weiter gut zu, er wiegt jetzt 175 Gramm. Er ist unglaublich neugierig und huschelt von einer Ecke zur anderen, von einem Jungtier zum anderen und von einer Mutter zur anderen. Zwischendurch schlägt er sich den Bauch voll. Manchmal sitzt er auch ganz allein in einem kleinen Häuschen, so als ob er zwischendrin eine Auszeit nimmt. Er ist das zutraulichste Meerschweinchen, das wir jemals hatten.  Wenn wir ihn in die Hand nehmen, sitzt er ganz still da und wartet auf etwas Gutes, wie z.B. etwas Petersilie, die er gar nicht schnell genug fressen kann.

24. bis 28. Februar 2009 (siebenundzwanzigster bis einunddreißigster Tag):
Toffifee hat ihre Rasselbande jetzt endgültig abgesetzt. Nepomuk hatte am 27.02.09 bereits 197 Gramm gewogen. Er bekommt nur noch ein- bis zweimal pro Tag etwas Aufzuchtsmilch dazu. Er trinkt jetzt auch nicht mehr so viel. Nur von der Petersilie kann weiterhin er nicht genug bekommen.

Über eine Besonderheit gibt es noch zu berichten: Nepomuk hat sich momentan zum "Zombie von den Isarauen" entwickelt. Er hatte so um den 10. Februar 2009 (dreizehnter Tag) herum angefangen sein Fell zu verlieren.
Trotz intensiver Recherche konnten weder wir, noch unsere Tierärztin einen Grund dafür finden. Vitamin- und/oder Mineral- bzw. Spurenelementemangel können wir ausschließen, dazu hatten alle Viere genug Grünzeug und Gemüse bekommen. Auch Körnerfutter, Päppelbrei, Kräuter und was noch alles haben sie bekommen und gerne gefressen. Parasiten halten wir für ausgeschlossen, dann hätten ja alle vier plus Muttertier Probleme mit dem Fell haben müssen. Keine Krabbeltiere im Fell, kein Juckreiz, keine offenen Stellen, keine anderen Erkrankungen, keine Unterernährung, kein auffälliges Verhalten - wir stehen vor einem Rätsel.

Der einzige Anhaltspunkt wäre die Tatsache, dass z.B. auch Katzen, die zu früh geboren werden, mitunter auch das Fell ausfällt - später dann wieder nachwächst, so sagt unsere Tierärztin. Warten wir es also ab.

01. März 2009:
Unsere Tierärztin scheint Recht gehabt zu haben, Nepomuk bekommt jetzt seit ein paar Tagen wieder Fell. Es ist ganz ganz weich und ganz hell, bislang nur mit einer angedeuteten Lilac- und Gold- färbung, die er ja nach der Geburt hatte. Ein paar dunklere Flecken mit der Geburtsfarbe blieben erhalten. Erfreulich, wie er sich nun entwickelt.

09. März 2009 (vierzigster Tag):
Nepomuk hat es jetzt wohl endgültig geschafft. Er wiegt heute 240 Gramm, sein Fell wächst wieder schön nach, selbst den goldenen Streifen auf der rechten Körperseite sieht man wieder deutlich. Er braucht jetzt keine weitere Zufütterung mehr. Mittlerweile ist unser Goldstück als Kleinster in einer Gruppe mit vier weiteren Böckchen unter gebracht und hat sich dort sehr gut in diese Gruppe eingefügt. Nach wie vor lässt er sich gerne auf die Hand nehmen und genießt dabei die kleinen Leckerchen, die wir ihm anbieten.



Zusammenfassung:
Wir, besonders natürlich Nepomuk, hatten unglaubliches Glück, dass Toffifee
a) nur einen Tag vorher ihre Jungen bekam und
b) dass sie Nanni und Nepomuk völlig selbstverständlich sofort adoptiert hatte.
Wäre einer dieser beiden glücklichen Umstände nicht eingetroffen, hätten nach unserem Dafürhalten beide Jungtiere nicht überlebt.

Bei unserer Liesl hatte es mit der Adoption leider nicht geklappt. Ernestine hatte sie nicht angenommen. Allerdings wissen wir nicht, ob Ernestine ebenso wie die Mutter von Liesl der Meinung war, das die Kleine keine Chance hatte, oder ob der Altersabstand von drei Wochen zwischen den Jungen von Ernestine und Liesl nicht einfach nur zu groß war. Allerdings hatte Liesl bereits von Anfang an nur unzureichend bzw. gar nicht mehr an den Zitzen der Mutter zu trinken versucht. Wir vermuten, dass auch Ernestine gemerkt hatte, dass Liesl zu schwach zum Überleben war.

 


Generelles zur Handaufzucht

Ein Jungtier ohne seine Mutter aufzuziehen (Mutter stirbt oder nimmt die Jungen nicht an), ohne Mithilfe einer "Meerschweinchen-Amme" bedeutet anfangs stündlich, später dann eineinhalb- bis zweistündlich usw. eine Spritze Aufzuchtsmilch zu verabreichen. Das kann nur ein/eine Züchter/-in mit einem/einer genauso verständnisvollen Partner/-in, die sich mit dem Füttern abwechseln. Alleine stündlich aufzustehen und die Jungtiere füttern - das schafft Mann/Frau eigentlich nur im Urlaub (oder als Rent- ner, wenn sie nicht (mehr) arbeiten gehen müssen).

Wir möchten an dieser Stelle keinesfalls sagen, dass das überhaupt nicht möglich ist, haben aber so unsere Bedenken.

Erstens:
Die original Muttermilch ist durch keine andere Aufzuchtsmilch zu ersetzen! Das gilt übrigens nicht nur für Meerschweinchen, sondern für alle Säugetiere und auch für die Krönung der Schöpfung.
Wir haben noch keine "Meerschweinchen-Aufzuchtsmilch" gefunden, nur Katzenaufzuchtsmilch, die auf vielen Meerschweinchenseiten als Mittel der Wahl beschrieben wird, und sich auch bei uns bewährt hat. Einen großen Nachteil hat die Aufzuchtsmilch aber doch: sie enthält keine Abwehrstoffe, die die Kleinen normaler Weise mit der Muttermilch in den ersten Lebenstagen bekommen. Die ausschließlich per Hand aufgezogenen Jungtiere sind besonders in ihren ersten Lebenstagen deswegen deutlich krankheits- anfälliger als normal gesäugte Jungtiere!

Zweitens:
Auch Meerschweinchen-Junge brauchen den Kontakt zu einem Muttertier. Jedes Jungtier sucht Schutz und Geborgenheit bei seiner Mutter. Tanten sind zwar praktisch, sie lassen oftmals die Kleinen doch nicht so an sich herankuscheln, wie dies eine Mutter bei ihren Jungen zulässt und betreiben auch meist keine nennenswerte Fellpflege bei einem fremden Nachwuchs. Findet ein Jungtier keine Mutter, bei der es immer "Unterschlupf" findet, bedeutet dies permanenten Stress, permanente Angst und Orientierungslosigkeit für so ein kleines Tier. Wir konnten beobachten, dass in einer Gruppe, in der ein Meerschweinchen Junge bekam, alle anderen Tiere zwar "zum Beglückwünschen" neugierig vorbei schauten, sich aber sonst nicht großartig für die Neuankömmlinge interessierten. Auch wenn eine Tante zu einem jämmerlich piepsenden Jungen eilt, heißt das noch lange nicht, dass sie dem Jungtier eine so genannte Nestwärme vermitteln kann. Dies haben wir vielfach in unserem Freigehege beobachten können. Trotz Tante - die durch ihr Herbeieilen unzweifelhaft eine gewisse Sicherheit vermittelt hat - suchten die Jungtiere immer nach der Mutter.

Drittens:
Es gibt bei Tieren so etwas, das sich "natürliche Auslese" nennt. Mutter Natur geht sehr sorgsam mit den vorhandenen Ressourcen um, sie vergeudet nichts. So ist im Tierreich sehr häufig zu beobachten, dass Muttertiere plötzlich eines ihrer Jungen nicht mehr säugen, verstoßen oder sogar verletzen bzw. auffressen. Diese verstoßenen Jungtiere haben in freier Natur keine Überlebenschance und sterben relativ schnell an Unterernährung und/oder Flüssigkeitsmangel bzw. fallen schutzlos einem Beutegreifer zum Opfer. Das Muttertier scheint am Verhalten ihres Jungen zu erkennen, dass es krank und damit nicht lebensfähig ist. Bei manchen Nagern ist dies z.B. die Hartnäckigkeit, mit der ein Jungtier nach Futter oder Milch bettelt oder (gegen seine Geschwister) kämpft. Fehlt dieses Verhalten, so nimmt die Mutter wohl an, dass ihr Junges nicht lebensfähig ist und stellt die Fütterung ein. Es macht tatsächlich in der Natur wesentlich mehr Sinn die gesunden Jungtiere aufzuziehen, als wertvolle Muttermilch und u. U. knappes Futter an ein Tier "zu vergeuden", das sowieso bald sterben wird. In der Regel verweigert ein todkrankes Tier sowieso relativ schnell die Nahrungsaufnahme.
Wir mussten dies bei unserem Jonas und bei Liesl beobachten und konnten nur noch machtlos zusehen, wie die beiden Jungtiere  starben. Jonas hatte Durchfall und bekam nichts mehr zu trinken, der Liesel hatte ihre Mutter über Nacht ein Ohr komplett abgefressen. Bei beiden Tieren stand uns keine Amme zur Verfügung.


Wie schon gesagt, wir halten eine komplette Handaufzucht nicht für unmöglich. Es mag wie bei unserem Nepomuk gut gehen - dank Amme Toffifee, ist aber kein Garant dafür. Bestes Beispiel dafür ist unsere Nanny, die bei absolut gleichen Bedingungen wie bei ihrem Bruder Nepomuk partout nicht richtig zunehmen wollte und nach 13 Tagen Fütterung ohne die geringsten Krankheitssymptome letztendlich doch an Entkräftung starb.
Es ist in jedem Fall ein Versuch wert, mit einer Handaufzucht das Leben eines Jungtieres zu erhalten. Außerdem bereitet es trotz anfänglich wenig Schlaf unheimlich viel Freude, wenn Mann/Frau sieht, wie so ein kleines "Würmchen" am Leben gehalten werden kann. Nepomuk wurde durch die häufigen Kontakte mit uns (Wiegen und Füttern) unglaublich handzahm und extrem zutraulich.
Wird das noch nicht von der Mutter abgesetzte oder per Hand aufzuziehende Jungtier jedoch krank, tendieren die Überlebenschancen ziemlich schnell gegen Null. Besonders dramatisch schnell verfällt ein Tier mit Durchfall (siehe unter der Überschrift: "Durchfall bei einem Jungtier" weiter oben). Jeder, der seine Meerschweinchen Junge bekommen lassen will, soll sich beizeiten vor dem errechneten Wurftermin die Utensilien zur Handaufzucht bereit stellen. (Jeder Apotheker einer Nachtdienstapotheke ist bestimmt unheimlich glücklich, wenn er in der Nacht um drei Uhr oder am Heiligen Abend um 19 Uhr um eine 1ml-Spritze gebeten wird.)


Utensilien zur Handaufzucht
Die nachstehend aufgelisteten Utensilien sollten rechtzeitig vor dem frühest möglichen Wurftermin bereit stehen. Denken Sie dabei auch an mögliche Frühgeburten.
Merke: Geburtstermine halten sich nicht an Ladenschlusszeiten! An Ostern, Pfingsten, Weihnachten sowie Sylvester/Neujahr oder anderen Feiertagskonstellationen könnte es je nach Kalender eng werden.

  • Separater (Quarantäne-)Käfig mit frischer Einstreu, damit
    a) das Weibchen mit den Jungtieren Ruhe hat und sich nicht mit anderen erwachsenen Tieren ums Futter streiten muss und
    b) dass bestimmte "Diäten" wie kein frisches Gras, Päppelbreis etc. eingehalten bzw. von anderen Tieren nicht weg gefressen werden können.
  • Ein gut zugängliches Häuschen (optimal mit abnehmbarem oder hochklappbarem Deckel, um die Jungtiere stressarm herausangeln und die Wärmflasche leichter ins Häuschen legen zu können).
  • Wärmflasche mit waschbarem Bezug.
  • Katzenaufzuchtsmilch - ca. 1/2 Jahr bis Anbruch haltbar (Zoohandlungen oder Internet).
  • Ein bis zwei 1ml-Spritzen, zur Not 2ml-Spritzen, die lassen sich bei kleinen Mengen etwas schlechter händeln. Ein bis zwei 5ml-Spritzen, falls das Muttertier wie unsere Ernestine wegen Durchfall zusätzlich auch zwangsgefüttert werden muss. (Spritzen gibt es in jeder Apotheke, in Krankenhäusern (Tipp: internistische Notaufnahme) oder beim eigenen Hausarzt. Einfach freundlich nachfragen - ein Lächeln oder eine Tüte Gummibärchen öffnet Türen!)
  • Ein kleines Stamperl (Schnapsglas) sowie ein kleines Schüsselchen um die Milch im Wasserbad erwärmen zu können.
  • Heupellets (besser die etwas größeren, die lösen sich im Wasser/Tee leichter auf).
  • Fencheltee.
  • Haferflocken (Schmelzflocken).
  • Petersilie im Topf (Vitamin C-Lieferant) oder andere geeignete Kräuter als Belohnung nach der Fütterung.
  • Optional: etwas Honig.
  • Optional: Kohlekompretten (Apotheke).
  • Optional: Durchfalltropfen für Nager (Zoohandlungen oder Internet).
  • Optional: Vitaminpräparat zum Zugeben zur Milch/zum Tee etc. bei Verdacht auf Vitaminmangel (z.B. bei Fellausfall etc.).
    (Unbedingt den Beipackzettel beachten, zu viel zusätzliche Vitamine sind auch schädlich!) (Zoo- handlungen oder Internet)
  • Desinfektionsmittel (Flächen- und Händedesinfektionsmittel), wenn der Verdacht auf eine Infektion besteht (Apotheke! - nicht irgend etwas kaufen, sondern beraten lassen!).
    Händedesinfektionsmittel als Eigenschutz und Schutz der Tiere vor Übertragung von Keimen,
    Flächendesinfektionsmittel für die Anwendung am Käfig bei der Käfig-Zwischen- oder Endreinigung.
    !!! Flächendesinfektionsmittel nur gezielt und nach Anleitung verwenden, damit keine resistenten Keime "gezüchtet" werden (resistent bedeutet hier: auf Desinfektionsmittel unempflindlich).
    Nicht sinnlos prophylaktisch (=vorbeugend) damit herumsprühen! Einwirkzeiten beachten !!!

Unser Rezept für den "Päppelbrei":
  • Heupellets (möglichst die dicken Pellets nehmen, die lösen sich besser auf als die nur 3mm dünnen),
  • etwas heißes Wasser zum Auflösen der Pellets,
  • Fencheltee,
  • Schmelzflocken,
  • Optional: etwas Honig,
  • Optional: Kohle,
  • Optional: Durchfalltropfen.
Ein paar Heupellets mit einem kleinen Schuss heißem Wasser auflösen.
Etwas Schmelzflocken dazu geben und so viel lauwarmen Fencheltee dazu geben, bis ein sämiger Brei entstanden ist.
Ein paar kleine Tropfen Honig dazu geben. Fertig.

Schmelzflocken - so wie sie sind - stellen wir meist zusätzlich in einem kleinen Napf in den Käfig, unsere Kleinen (und auch die stillende Mutter) fressen sie für ihr Leben gern und bekommen dadurch zusätzlich wichtige Nährstoffe.

Bei Durchfall oder Verdacht auf beginnendem Durchfall sofort Kohle und Durchfalltropfen (Beipackzettel beachten!) dazu geben.
Die Kohle und Durchfalltropfen können natürlich auch in Fencheltee separat gegeben werden.
Vitaminpräparate sind lichtempfindlich, diese nicht lange offen oder in/auf Futter herumstehen lassen! Besser mit der Aufzuchtsmilch oder mit Tee sofort geben. Die (Aufzuchts-)Milch enthält die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie mehrere B-Vitamine, C und H, die in ölig-wässrigen Vitaminpräparaten nicht oder nur teilweise vorhanden sind.

Zur Belohnung gibt es nach der Fütterung ein Stängel Petersilie (Vitamin C) oder ein anderes Leckerli, das wichtige Nährstoffe liefert.


Bei der Handaufzucht ist auf peinliche Sauberkeit des Aufzuchtskäfig zu achten, da die Jungtiere keine Abwehrstoffe über die Aufzuchtsmilch bekommen. Besonders gilt dies, wenn eines der Tiere krank ist oder wird. Natürlich gilt das auch für alle Utensilien, die zur Aufzucht verwendet werden. Alles was in einer Geschirrspülmaschine spülbar ist, sollte regelmäßig nach Gebrauch in einer Geschirrspülmaschine gereinigt werden (das Reinigungsmittel für Geschirrspülmaschinen ist ein sehr aggressives Reinigungs- mittel, das fast alle Bakterien abtötet). Spritzen etc. gründlich säubern bzw. öfters gegen neues Material auswechseln.

Wir legen bei Krankheit oder Handaufzucht immer eine Wärmflasche ins Häuschen. Die Meeris lieben diese Wärme von unten und sitzen gerne darauf. Wir legen immer ein Blatt Küchenkrepp darauf, dann können wir sehr schnell sehen, ob eines der Tiere Durchfall entwickelt oder sonstwie veränderte Köttel absetzt.

Link-Tipp: Auf der Homepage der Landshuter Moppelbande findet sich ein Video zur (Zwangs)Fütterung eines Meerschweinchens. (Die Seite ist manchmal nur verzögert erreichbar!)





Infos Satin- und Satinträger

 

Unser Böckchen "Desert" hatte mit unserem Mädel "Ursel" völlig unerwartet ein Satin-Junges. Das bedeutet, dass beide Elterntiere Desert und Ursel Satinträger (ST) sind. Leider hatten wir Desert aufgrund seiner Fellfarbe Creme zur Erzielung von Aufhellungen häufig eingesetzt, so dass nun zahlreiche unserer Jungtiere potentielle Satinträger sind.

Wir haben daraufhin alle unsere Alt- und Jungtiere, die möglicherweise Satinträger sein könnten, mit einem entsprechenden Hinweis "ST (?)" gekennzeichnet. Damit möchten wir fairer Weise jeden, der an unseren (Jung-)Tieren interessiert ist, darüber in Kenntnis setzen.

Warum tun wir das so deutlich?
Das hat drei Gründe:

  1. Das Satin-Merkmal wird rezessiv, d.h. versteckt vererbt. Das bedeutet, das Merkmal Satin wird nur dann sichtbar, wenn ein Jungtier von beiden Eltern das Satin-Gen vererbt bekommt. Trägt ein Jungtier nur von einem Elternteil das Satinmerkmal, so spricht man von einem Satinträger (ST). Äußerlich sieht man das leider einem ST nicht an. Ohne Information, dass das Tier (möglicherweise) Satinträger ist, kann das Satinmerkmal unbemerkt über viele Generationen weiter gegeben werden. Trägt ein Züchter dies nicht in den Abstammungsnachweis ein, oder ist keiner vorhanden, so kann ein rezessives Merkmal unwissend und unbemerkt über viele Generationen weiter gegeben werden. So war es uns passiert. Wir haben nun alle relevanten Abstammungsnachweise dahingehend geändert, dass bei allen in Frage kommenden Tiere der Zusatz "ST (?)" hinzugefügt wurde, bei denen unklar ist, ob sie ST oder doch kein ST sind. Die fraglichen Tiere werden aus der Zucht genommen bzw. an Liebhaber weitergegeben, die diese Tiere nicht zur Vermehrung einsetzen (gleichgeschlechtliche Haltung oder Weibchen mit Kastrat).

  2. Satin-Meerschweinchen können - die Betonung liegt auf "können" - ab einem Alter von etwa ein bis zwei Jahren eine Osteodystrophie (OD) entwickeln. Osteodystrophie heißt frei übersetzt Knochenschwund. Bei Satinträgern tritt sie genauso selten auf wie bei "normalen" Meerschweinchen. Eine OD ist nach heutigem Stand der Veterinärmedizin nicht heilbar, die Meerschweinchen müssen, sobald sie Schmerzen bekommen, die medikamentös nicht mehr in den Griff zu bekommen sind oder nicht mehr fressen können, von einem Tierarzt eingeschläfert werden. Wir wünschen keinem Lebewesen, sei es Mensch oder Tier, dass es an einer solch schlimmen und im Endstadium sehr schmerzhaften Erkrankung leiden muss. Aus diesem Grund unterstützen wir die Meinung des MFD (Meerschweinchenfreunde Deutschland) und anderen Züchterverbänden, bis zur wissenschaftlichen Abklärung der Ursache(n) der OD keine Satin-Meerschweinchen als eigene Zuchtlinie gezielt zu züchten.

  3. So lange die Satinmerkmale bezüglich ihrer genetischen Zusammenhänge (bei OD angenommene Gendefekte beim Satintier) wissenschaftlich nicht untersucht und abgeklärt sind, ist für uns die Zucht von Satins vergleichbar mit einem Ritt auf dem Vulkan. Gerade rezessiv (verdeckt) weitergebbare Merkmale sind in ihrer Verbreitung unkalkulierbar, weil sie erst dann erkannt werden, wenn es zu spät ist. Hier spielt auch die Tatsache eine große Rolle, dass in Abstam- mungsnachweisen oft solche rezessiven Merkmale leider nicht zuverlässig aufgeführt sind. Der Leidtragende bei einer OD - hier im wahrsten Sinne des Wortes - ist dann ein "ganz ganz armes (Meer)Schwein(chen)".
    [Wir reden hier ausschließlich von rezessiv weiter vererbbaren potentiellen Krankheiten oder Krankheitsdispositionen, nicht von rezessiv vererbten Farbschlägen (z.B. Himalayaträger) oder Rassen (z.B. Rexträger), bei denen bislang keine Krankheitsdispositionen bekannt sind und die bewusst in der Zucht eingekreuzt werden um bestimmte Merkmale beim Nachwuchs zu erhalten.]

Generell gilt - wenn schon Satins gezüchtet werden: Niemals Satin x Satin verpaaren. Hier wird die Rate der OD beim Nachwuchs als sehr hoch beschrieben, außerdem werden von anderen Züchtern auffällig kleine und anfällige Jungtiere aus solch einer Verpaarung rückgemeldet.
Satinträger x Satinträger oder Satin x Satinträger sei bezüglich einer OD weniger problematisch. Das muss aber dann jeder Züchter für sich entscheiden, wir haben dazu keine Erfahrung.

Es gibt jedoch auch Züchter, die über einen längeren Zeitraum Satins aus ST x ST züchten, ohne ein Auftreten von OD bei ihren Tieren zu beobachten. Auch unsere Tierärztin, die früher selbst Meerschweinchen gezüchtet hatte, beobachtete über viele Jahre keinen OD-Fall bei ihren Satin-Meer- schweinchen, die bis zu acht Jahre alt wurden - und das in guter Gesundheit.

Bei einer Gewichtung der OD bezüglich Häufigkeit gegenüber anderen Erkrankungen muss auch bedacht werden, dass in Meerschweinchenbeständen relativ häufig Jung- und Alttiere aus ungeklärter Ursache plötzlich und unerwartet versterben. Bei der Abendfütterung noch munter und verfressen, liegen sie dann am nächsten Morgen tot oder sterbend im Gehege und keiner weiß warum. Auch z.B. Durchfall bei Jungtieren, Atemwegsinfekte oder die allseits gefürchtete Trächtigkeitstoxikose raffen immer wieder völlig unerwartet Meerschweinchen dahin. Der Meerschweinchenhalter steht diesen Akutereignissen relativ machtlos gegenüber, weil in der Regel mehrere Stunden zwischen Auftreten und Erkennen liegen und es bereits zu spät ist, wenn sie entdeckt werden (gerade nachts oder tagsüber wenn der Züchter in der Arbeit ist). Nichtsdestotrotz bleibt die OD, egal ob häufig oder nicht, eine schlimme und für das betroffene Tier sehr sehr schmerzhafte Erkrankung.

Wir hoffen inständig, dass unser Satin "Hakon" (H(2)-Wurf 2010) und unsere Genoveva (Rentnerin), bei der sich Satin bestätigt hat, von einer OD verschont bleiben.

Zur Osteodystrophie eine Zusammenfassung weiter unten im Abschnitt "Erkrankungen".





Infos Krankheitsprobleme

 

Hier möchten wir die eine oder andere Erkrankung beschreiben, die wir bei unseren Meerschweinchen festgestellt haben, und die nicht oder nur ungenügend im Internet beschrieben sind.


Weißfärbung der Retina (Netzhaut des Auges)

Bei drei von unseren Jungtieren (Dammerl und Doiferl vom D-Wurf 2009 und Crispin vom C-Wurf 2009) färbte sich im Alter von ca. drei Wochen die Retina teilweise weiß (Retina (lateinisch) = Netzhaut, das ist der Augenhintergrund auf der die Sehzellen des Auges liegen - siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Netzhaut).

Der Augapfel wies keinerlei Verletzungen auf, die Linse und der Glaskörper waren jederzeit ungetrübt durchsichtig, auch gab es keinerlei Anhalt für eine Entzündung (kein Tränen der Augen, kein Reiben mit den Pfoten an den Augen oder dergleichen). Die Jungtiere waren weiterhin lebensfroh und agil und orientierten sich bestens im Gehege. Zum Zeitpunkt des Auftretens der Weißfärbung konnten alle drei Tiere ausreichend sehen und sich im Gehege optimal orientieren. Die Tiere zeigten keinerlei Behinderung in der Orientierung in den Gehegen. Das einzig Auffallende war, dass alle betreffenden Tiere im gleichen Gehege untergebracht waren. Allerdings mit vier weiteren, gleichaltrigen Tieren aus den gleichen Würfen, sowie zahlreichen anderen Tieren, die allesamt diese Verfärbung der Retina nicht hatten.

Auf den Fotos unten habe ich solch ein erkranktes Auge fotografiert.

Beim Menschen, aber auch bei Tieren (z.B. Degus) tritt bei Diabetes mellitus (= Zuckerkrankheit) im Alter solch eine (ähnliche) Verfärbung auf, der Mensch bzw. das Tier erblinden. Die Ursache ist hier eine Durchblutungsstörung des Blutgefäßes, das die Retina versorgt. Allerdings ist eine Schädigung der Retina durch Diabetes eine Spätfolge, die nicht im Alter von drei Wochen auftritt. Auch ist beim Diabetes solch eine Schädigung der Retina irreversibel ("blind bleibt blind").
Auf den Abbildungen ist deutlich zu sehen, dass der Blick ungehindert durch den Glaskörper bis auf die Retina möglich ist. Das Auge zeigt keinerlei Entzündungszeichen, wie z.B. Rötung oder Tränenfluss, auch keine mechanische Verletzung.

Nach fünf (Dammerl und Doiferl) bis zwölf Tagen (Crispin) war der weiße Fleck auf der Retina komplett verschwunden, nichts, aber auch gar nichts Auffälliges ist an den Augen noch zu sehen. Die Weißfärbung der Retina verschwand ohne jegliche Therapie (unser ehemaliger Tierarzt hatte so etwas auch noch nie gesehen).
Im Internet fand ich über dieses Phänomen überhaupt nichts, in den verschiedensten Foren werden nur Augentrübungen im Rahmen von Entzündungen oder Verletzungen beschrieben.

Nachtrag Dezember 2010:
Diese Weißfärbung der Retina tritt ganz sporadisch immer wieder einmal bei dem einen oder anderen unserer Jungtiere auf. Manchmal an beiden Augen, manchmal nur bei einem Auge. Es gibt keine Häufigkeit bei bestimmten Rassen und Färbungen und sie verläuft immer gleich: sie wird innerhalb zwei bis drei Tagen maximal groß und verschwindet innerhalb spätestens zwei Wochen von selbst.
Alle Tiere sehen (wieder) ohne Einschränkungen.

Wir haben nicht locker gelassen und uns über obiges Phänomen weiterhin schlau gemacht:
Unsere Tierärztin sagte uns, dass diese Trübung durch eine Flüssigkeits(Wasser-)einlagerung im Glaskörper verursacht wird.
Diese ist völlig harmlos, braucht nicht behandelt zu werden und verschwindet nach einigen Tagen von selbst. Genau so verlaufen diese Weißfärbungen der Retina auch bei uns. Woher diese allerdings kommt, ist wohl nicht bekannt.

Falls jemand das gleiche Phänomen an seinen Meerschweinchen beobachtet hat und/oder darüber Bescheid weiß, wieso es zu dieser Flüssigkeitseinlagerung kommt - wir freuen uns über jede eMail dazu.


Bei unserem Nepomuk (N-Wurf 2009) war damals allerdings der Glaskörper getrübt. Wir behandelten die Augen mit Dexpanthenol-Augensalbe, bis die Trübung nach ca. zwei Wochen wieder von selbst ver- schwand.
 


erster Tag

vierter Tag

sechster Tag

neunter Tag

zwölfter Tag

gesundes Auge zum Vergleich

 

Osteodystrophie beim Satin

Nachdem im Internet rauf und runter auf fast jeder Züchterseite annähernd gleichlautende Informationen über die OD zu finden sind, möchte ich hier nur eine Zusammenfassung der bislang (wissenschaftlich) untersuchten und empirisch (das heißt durch wiederholte Beobachtung) gewonnenen Fakten wiedergeben.

Vereinfacht erklärt: normalerweise findet im lebenden Knochen ein permanenter Kalzium- und Phosphorauf- und -abbau statt, der den Knochen in einem stabilen und kräftigen Zustand belässt. Bei der Osteodystrophie (OD) findet dagegen nur ein ungenügender Kalziumaufbau statt. Das fehlende Kalzium wird durch deutlich weniger stabiles "Ersatzmaterial" ersetzt, das dem Knochen natürlich nicht mehr seine ursprüngliche Festigkeit zurück geben kann. Wegen diesem degenerativen Abbau kommt es zu Fehlstellungen im Bereich der Gelenke (bsds. Hüft- und Schultergelenke sowie Kiefergelenke). Dies bedeutet permanente Irritationen der in der Umgebung der Gelenke vorbeiziehenden Nervenstränge, was seinerseits dann zu den ständigen starken Schmerzen führt.

Stand der heutigen Erkenntnisse ist:

  • Die OD tritt mit deutlich größerer Häufigkeit besonders bei Satin-Meerschweinchen auf. Das ergab vor einigen Jahren eine Studie der FU Berlin, die jedoch, lt. Eintrag in einem Forum, wegen Geldmangel bezüglich Ursachenforschung nicht mehr weiter verfolgt wurde (Antwort auf eine Rückfrage bei einer Autorin der Studie).
    Größere Häufigkeit bedeutet hier im Vergleich zu Nicht-Satin-Meerschweinchen. Bei Satinträgern (ST) tritt die OD dagegen genau so selten wie bei allen anderen Meerschweinchen auf, die ebenfalls durchaus auch an einer OD erkranken können. Diskutiert wird bei den Satins ein rezessiver Gendefekt, der bislang allerdings nicht bewiesen werden konnte.
  • Die OD ist nicht heilbar. Sie kann allenfalls symptomatisch mit Schmerzmittel gelindert werden oder mit Homöopathika in ihrem Verlauf vielleicht etwas verlangsamt werden. Aber diese Verlangsamung, die von einigen Züchtern beschrieben wird, ist bislang nicht wissenschaftlich bewiesen worden. In einzelnen Foren wird z.B. die Anwendung von Spenglersan Kolloid R von Züchtern beschrieben.
  • Bei den betroffenen Meerschweinchen sind primär vor allem die am meisten belasteten großen Hüft-/Schultergelenke und/oder der Schädel- sowie Kieferknochen betroffen.
  • Eine OD kann über mehrere Jahre aber auch fulminant (= sehr rasch fortschreitend) verlaufen.
  • Erkennbar ist die OD an einer zunächst veränderten Fortbewegung des Meerschweinchens. Beschrieben wird im weiteren Verlauf ein "hoppelnder Gang", ähnlich dem Hoppeln eines Kaninchens (das Schweinchen versucht wegen der Schmerzen die Beine zu entlasten), häufiges Ruhen - fast schon ein apathisches Sitzen - und/oder liegen mit (seitlich) abgespreizten - sprich entlasteten Beinchen. Das sieht u. U. aus, als ob das Tier eine zunehmende Lähmung bekommt. Betrifft es primär den Kopf, so ist als erstes eine Gewichtsabnahme bei normalem Fressverhalten zu beobachten, später eine Bevorzugung von weichem Futter und zuletzt ein deutlich vermindertes Fressverhalten, da die Kieferbewegungen beim Fressen sehr weh tun. Diese Tiere magern dann relativ schnell ab. Oftmals treten alle genannten Symptome in einer mehr oder weniger langen Zeit gemeinsam auf.
  • Letztendlich beweisend für eine OD ist nur eine Röntgenaufnahme, bei der die Knochendefekte dann zu sehen sind.
    In manchen Foren wird empfohlen, das Satintier in jungen Jahren röntgen zu lassen, damit man bei Auftreten oben beschriebener Symptome eine Vergleichsaufnahme hat. Wir persönlich halten dies für unnötig, da bei einer OD die Knochenveränderungen im Röntgenbild überdeutlich zu sehen sind und es dann völlig egal ist, ob das Tier im Alter von 6 Monaten eine OD hatte oder nicht. Dies hat uns auch unsere Tierärztin so bestätigt.
  • Richtig ist dagegen, den Tierarzt über eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit einer OD bei einem Satintier zu informieren, sofern er als Kleintierarzt nicht sowieso daran denkt.
  • Hat das Tier Schmerzen, die mit Schmerzmitteln (!vom Tierarzt, bitte keine Experimente!) nicht mehr zu lindern sind, bleibt nur noch ein Einschläfern dieses Tieres übrig, um es von seinem Leiden zu erlösen.
    So schwer es auch fallen mag, sich auf diese Weise von einem Tier trennen zu müssen, jeder, der schon einmal massive chronische Schmerzen gehabt hatte, weiß welche Qualen solch ein "armes Schwein" erleiden muss. Ein Tier, das man lieb hat, lässt man nicht unnötig leiden!

 


Abkürzungen

 

Augenfarben
b.e.
d.e.
f.e.
p.e.
r.e.
Blue Eye (blaues Auge) Bläulicher Schimmer in den Augen (selten).
Dark Eye (dunkles Auge) Dunkle Augen = schwarze Augen = natürliche Augenfarbe.
Fire Eye (Feuerauge) Dunkle bis dunkelrote Augen mit feuerfarbenem Schimmer.
Pink Eye (hellrotes Auge) Rote bis hellrote Augen aufgrund geringer Farbpigmente.
Ruby Eye (rubinrotes Auge) Dunkle Augen mit einem rötlichen Schimmer (schwer zu erkennen).

 

Rassemerkmale

 

Fehlzeichnungen
AT
ChT
GH
hT
KH
LH
MT
RT
ST
SkT
TT
TdT
Alpakaträger
CH-Teddyträger
Glatthaar
Himalajaträger
Kurzhaar
Langhaar
Merinoträger
Rexträger
Satinträger
Skinnyträger
Texelträger
US-Teddyträger
FF


FO
FW


HF


SO
Farbfehler oder Fehlfarbe
(fehlende Points, fehlende Färbung von Ohren und Füßen usw.)
Faltohr
Fehlwirbel
(Rosetten, Krönchen, nicht an der richtigen Stelle usw.)
Haarfehler
(Haare liegen nicht richtig, unrunde Rosetten etc.)
Stehohr

 

© 2012ff für alle Texte und Grafiken: Joachim und Karin Walczuch (letzte Aktualisierung: siehe Infos - Neu)